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Hier nun ein kleiner Bericht von meinem zweiten F1-Renn-Besuch. Dieses Mal ging es bekanntlich nach Österreich, zum A1-Ring, wo leider das vorerst letzte F1-Rennen gefahren wurde. Echt schade um diese sehr zuschauerfreundliche Strecke.

Das Wochenende begann am Donnerstag Abend, als ich um 19 Uhr auf den Zug stieg, um in Bern auf Mathys und Dave zu treffen. Wir hatten nicht viel Zeit, denn wir mussten bald in den nächsten Zug, der uns nach Zürich brachte. Unterwegs haben wir dann natürlich schon ein wenig über einen möglichen Rennausgang spekuliert, wir konnten es kaum mehr erwarten, die Motoren wieder aufheulen zu hören.

Gemütlich richteten wir uns also im Zug ein, denn immerhin mussten wir eine Stunde fahren. Wir haben also ein bisschen diskutiert, die Jasskarten ausgepackt und das vorerst letzte schweizer Bier getrunken.

In Zürich mussten wir dann eine halbe Stunde auf den Liegewagen warten, ich passte aufs Gepäck auf, während Mathys und Dave noch was zu essen holten. Dann gings in den Zug Richtung St. Michael, der dann auch nach Belgrad oder so fuhr... Aber wir mussten ja zum Glück vorher raus.

Wie immer sind diese Liegeabteile sehr eng und wir brauchten eine Weile, bis wir uns einigermassen eingerichtet hatten. Dann ging die Reise auch schon los, die Fahrscheine wurden geprüft (Mathys hatte seinen natürlich zu Hause vergessen) und nach ein paar Minuten konnten wir den Kondikteur dann überzeugen, dass auch Mathys eigentlich einen Fahrschein hätte. Ziemlich nervös legten wir uns dann hin - jedenfalls ich war nervös. An schlafen war erst gar nicht zu denken, der Zug rüttelte zu stark und ich war zu nervös. Zudem dachte ich immer wieder, dass wir gleich aufstehen müssten, damit wir den Bahnhof St. Michael nicht verpassten. Aber der Kondikteur wollte uns ja wecken.

Um etwa 6 Uhr - nach zirka 4-5 Stunden Schlaf - weckte uns dann der Kondikteur, es gab Frühstück und wir packten die wenigen Sachen wieder in die Taschen. Ich schnappte mir noch das Kissen, da ich im Zelt am Ring nicht auf dem harten Boden schlafen wollte.

In St. Michael wurden wir schon mal mit dem netten Österreicherdeutsch begrüsst: "Sakt Michel, Sakt Michel, Sakt Michel" tönte es aus dem Lautsprecher. Schon gut, wir sind ja hier… Nur nicht zu aufdringlich, ihr Össis… ;) Neben dem Österreicherdeutsch haben wir auch Bekanntschaft mit der österreichischen Kälte gemacht. Es waren wohl nur ein paar Grad über dem Gefrierpunkt, also hiess es erst mal wieder Jacke anziehen. Wir warteten auf den Zug, der uns zum Bahnhof Knittelfeld bringen sollte, und der kam dann später auch auf dem Abstellgleis an. Inzwischen habe ich leider ein wenig Bekanntschaft mit Anti-Villeneuve-Fans gemacht, die mir dann "viel Glück und keinen Unfall" für Villeneuve wünschten… Ich war zu müde, um einen Konter auszufahren.

Dann stiegen wir in Knittelfeld aus, die anderen F1-Fans fuhren weiter, aber in Knittelfeld fuhren Schuttle-Busse. Neben 2 Sauber-Fans waren wir dann allerdings die einzigen, die davon Gebrauch machten. Wir unterhielten uns ein wenig mit ihnen uns sie waren ziemlich überrascht, dass wir drei Schweizer sind und keiner für Sauber ist. Dürfte doch eigentlich gar kein Wunder sein, denn Sauber ist ja schon fast eher ein deutsches als ein schweizer Team...

Als wir dann bei der Bronze-Haltestelle ankamen, verabschiedeten wir uns. Der Marsch Richtung Strecke konnte beginnen, wir konnten ja nicht ahnen, wie lange wir marschieren würden… Wenn uns ein Schuttle-Bus zur Strecke bringen will, dann erwarten wir ja eigentlich keinen langen Marsch mehr, aber wir irrten uns. Mindestens 20 Minuten ging es bergauf Richtung Strecke. Zwischendurch sahen wir immer wieder Schilder mit Camping-Plätzen, wo auch Duschen signalisiert waren - ein Fortschritt gegenüber Monza, was uns sehr gefiel. Als wir dann den Campingplatz Pink vorfanden, den ich auf der Karte als ideal herausgefunden habe, bogen wir dann ab und suchten uns ein Plätzchen, welches wir dann am Waldrand fanden. Neben uns waren schon viele Zelte aufgestellt. Als wir auch unser Zelt aufstellen wollten, kamen immer ein paar "Hei Daniel" und "Das ist doch Kübelböck"-Rufe rüber, die gegen Mathys gerichtet waren. :D

Als unser Zelt dann einigermassen stand, konnten wir es kaum mehr erwarten, an die Rennstrecke zu gehen, denn die Motoren von Renault, Jaguar, Minardi und Jordan dröhnten schon über eine halbe Stunde lang. Also gingen wir runter zur Strecke. Zu meiner Verblüffung waren die Stehplätze völlig unvergleichbar mit denen in Monza. In Monza waren wir so ziemlich eingepfercht, in Österreich kam man sich vor wie eine Kuh auf einer riesigen Wiese - um es in der österreichischen Sprache zu sagen. Kühe gab es übrigens in der Nähe der Strecke auch. :D

Wir marschierten erstmals die ganze Stehplatz-Gerade entlang (von der Gösser bis zur Remus-Kurve), um den besten Platz auszusuchen. Mathys war der Meinung, dass bei der Gösser die beste Position sei, weil man da gut auf die Leinwand sah, doch Dave und ich waren der Meinung, dass wir lieber kurz nach der Gösser stehen sollten und von dort das Training zu schauen. Und das taten wir dann auch.

Das Training war nicht sehr spannend, da BAR leider nicht mitfuhr. Aber schon allein das Gefühl, die Formel 1 wieder live zu erleben, brachte ein Dauergrinsen auf mein Gesicht. Ich konnte es nicht lassen, meine BAR-Fahne zu schwenken, was für ein paar belustigende Blicke sorgte, die mich allerdings nicht störten. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass es ein gutes Weekend für BAR werden könnte. Und dieses Gefühl wurde im Freitags-Qualifying verstärkt. Button auf 5, Villeneuve sogar auf 4, einfach genial. Mathys (McLaren-Fan) und Dave (Renault-Fan) konnten mich schon fast beneiden, denn BAR sorgte nach Ferrari für die zweitbeste Teamleistung. :)

Nach den Qualifying wurde uns dann noch das F3000-Training und -Qualifying vor die Augen geführt, wo ich dann auf Janis setzte (nach einem Abstecher vor die Leinwand wusste ich, welchen Fahrer ich favorisierte). Ich weiss gar nicht mehr, wo dieser gelandet war, jedenfalls habe ich gehofft, dass ein Kanadier mitfährt, denn ich habe ziemlich häufig meine Kanada-Fahne geschwenkt - war ja noch in Feierlaune vom F1-Qualifying. :)

Als dann auch noch das erste Porsche-Michelin-Qualifying stattfand, musste ich mich auch da für ein Team interessieren, und ich feuerte die schwarzen Autos mit Post-Aufklebern an. Keine Ahnung, wer dort mitfuhr, aber wir mussten ziemlich lachen, als uns Hans Knauss als Fahrer gemeldet wurde. Wir dachten natürlich sofort an den Skifahrer und trauten unseren Ohren nicht, als uns am Sonntag gesagt wurde, dass doch drei Promis dabei sind und einer davon Hans Knauss sei - es war wohl tatsächlich der Skifahrer.

Am Abend schlug ich dann vor, dass wir uns mit Mandi treffen könnten, wovon Mathys und Dave nicht gerade begeistert waren. Ich schlug ihnen vor, dass sie auch mitkommen sollten, und sie willigten ein. Nach ein paar Anrufen und einigen fast verzweifelten Erklärungen (Dort dann links, oder? - Nein, rechts rauf - da geht's aber runter, nicht rauf…) fanden wir dann rein zufällig (oder so) das orange Zelt und einen blauen Wagen, wie es Mandi am Telefon erklärt hatte. Eine Frau - Kaktus - lächelte uns an und fing dann laut an zu lachen, und auch hinter uns lachte plötzlich jemand - Mandi hatte uns gefunden und uns verfolgt. Grosses Händeschütteln und vorstellen, Diskussionen bis zum abwinken, Getränke und einen kleinen Imbiss - wir hatten einen schönen Abend. Danke nochmals für all diese Sachen. ;)

Dann gingen wir ins Zelt, wo wir dann versuchten, uns gegen die Kälte zu wehren. Mir gelang es nicht so recht, ich hatte fast die ganze Nacht kalt uns als ich am morgen erwachte, musste ich als erstes noch eine Schicht Kleider anziehen. Ich hatte eine sehr unruhige Nacht, immer wieder hörte ich die Motoren aufheulen, wahrscheinlich arbeiteten die Mechaniker mal wieder auf Hochtouren. Gegen 8 Uhr standen wir dann auf und gingen wieder an die Strecke, um das freie Training zu schauen. Die Plätze, die wir uns ausgesucht hatten, waren leider schon ziemlich voll, also mussten wir uns mit der 3. Reihe begnügen. Dort breiteten wir unsere Plastik-Plache aus und machten es uns bequem.

Ich konnte es kaum mehr erwarten, bis das zweite Qualifying begann, doch vorher gab es noch das zweite Qualifying zum Porsche Michelin Cup. Ich wusste immer noch nicht, wer im schwarzen Auto fuhr, und ich wusste auch nicht, auf welcher Position er am Sonntag starten würde. Halb so wild, Hauptsache ich kapiere alles bei der Formel 1.

Das Qualifying verlief dann nicht ganz so wie ich es mir gewünscht hatte. Es begann damit, dass Ralf Schumacher eine sehr gute Runde gefahren hatte, dann waren alle Fahrer, die ich mir vorne gewünscht hatte, zurückgefallen und diejenigen, die ich lieber am Schluss des Feldes gehabt hätte, waren vorne. So fiel Villeneuve auf den 12. Platz zurück, Button auf den 7., Heidfeld kam dagegen auf den sehr guten 4. Platz und Schumi holte sich wie erwartet die Pole. Jedenfalls konnten wir uns einiges fürs Rennen erwarten, denn Schumi und Räikkönen waren gemeinsam in Reihe eins.

Nach dem Qualifying gab es eine Stunde Pause, wo wir uns natürlich wieder mal ernährten und ein wenig jassten (unsere zweite Hauptbeschäftigung an diesem Weekend :D). Dann ging das Rennen auch schon los, aber komischerweise dauerte es weniger als eine Stunde. "Meine" beiden Fahrer waren nicht wirklich gut, der eine fiel aus, keine Ahnung wieso, Janis kämpfte im vorderen Mittelfeld. Doch je länger das Rennen dauerte, umso unwahrscheinlicher erschien mir ein Überholmanöver von ihm. Er benahm sich ähnlich wie ich beim Kartrennen gegen OskarL, immer schön fair und ja nicht unfair überholen. Dies nutzte dann sein Kontrahent hinter ihm aus und schob sich vor Janis, was bei mir für eine grosse Empörung sorgte. Doch ein paar Runden später schien Janis kapiert zu haben, was das Ziel bei einem Rennen ist und konnte endlich am Bremsklotz vorbeiziehen. Am Ende landete Janis glaub ich auf Rang 6 oder so…

Da das Programm an der Rennstrecke vorbei war, gingen wir zurück zum Zelt. Dort gab es dann erst mal ein Fotoshooting mit Mathys (Daniel Kübelböck :D) und unseren Zelt-Nachbarn. Als Dankeschön erhielten wir dann ein bayrisches Bier, war doch eine nette Gegenleistung. :)

Anschliessend gingen wir wieder zur Strecke, um uns noch zu ernähren. Wir sassen also da, assen unser Hähnchen - sehr zu empfehlen - und liessen die Zeit vergehen. Als wir dann wieder zu jassen begannen, fingen die anderen Leute auf der Terrasse plötzlich an zu prügeln. Wir dachten uns erst nicht viel dabei, bis einer plötzlich über einen Tisch gestossen wurde und mit einem Loch im Kopf wieder auf die Beine kam. Die Folge war logisch, das ganze eskalierte und wir konnten nicht mehr ganz ruhig jassen. Nach einer Minute oder so schien sich die Sache ein wenig beruhigt zu haben, jedenfalls für uns bestand keine Gefahr mehr, also jassten wir weiter und behielten die betrunkenen Schlägertypen einfach weiter im Auge, damit wir nicht noch Ärger kriegten. Wir spielten nicht mehr lange, sondern gingen bald darauf in die Biker-City, wo der grosse Rummel war.

Dort angekommen hielten wir Ausschau nach einer interessanten Abwechslung, die gab es natürlich zu Haufe, aber nicht in unserer Preisklasse, also liefen wir ziemlich rasch durch. Auch in die Konzerthalle gingen wir rasch, doch da dort alles vernebelt und voll war, gingen wir schon wieder weiter Richtung Haupttribühne. Dort machten wir es uns erstmals auf den Super-Gold-Plätzen bequem, wo zu unserer Freude auch ein Video gezeigt wurde - Rallye und DTM. Diese schauten wir uns an und dann entschieden wir uns, weiter zu gehen. Da wir die Biker-City kannten und mal den Rest des Geländes erkunden wollten, entschieden wir uns, den anderen Weg zurück zum Campingplatz zu gehen, der sich dann allerdings nicht als kürzer herausstellte. Wir marschierten ziemlich lange, bis wir endlich bei unserem Zelt ankamen und dann ziemlich müde schlafen gingen.

Im Gegensatz zur vorherigen Nacht dröhnten in der Nacht von Samstag auf Sonntag keine Motoren, die F1-Boliden waren ja im Parc Fermé. Also hatten wir auch eine ruhige Nacht hinter uns, als um 8 Uhr wieder der Wecker klingelte. Da um 10.20 Uhr die Oldtimer ihre Runden drehen wollten, dachten wir, dass es reicht, wenn wir gegen 9 Uhr unsere Plätze beziehen, doch weit gefehlt. Als wir wieder an unseren Plätzen ankamen, mussten wir uns wieder mit der 3. oder 4. Reihe begnügen. Zu meiner Freude waren dort in der Region ein paar Villeneuve- und Honda-Fans, zu denen wir uns natürlich gleich gesellten - es stellte sich später als grosser Vorteil heraus.

Als die Oldtimer dann langsam zu fahren begannen, fielen auch schon die ersten Regentropfen und ich entschied mich, die Oldtimer fahren zu lassen und einen Regenschirm zu holen, damit ich dann später nicht tropfnass würde. War eigentlich gar keine so schlechte Entscheidung, denn die Oldtimer-Show war laut Mathys und Dave nicht sonderlich interessant. Um 11.15 Uhr begann dann die Fahrerparade, von der wir in Monza masslos enttäuscht waren. Ich erhoffte mir also nicht all zu viel, sondern hoffte einfach, Villeneuve überhaupt zu erkennen. Ich kämpfte mich in Richtung Zaun durch, um ein paar gute Fotos schiessen zu können. Als die Fahrer dann wieder mit einem ziemlich schnellen Tempo (allerdings langsamer als in Monza) vorbeifuhren, knipste ich auch ein paar Mal ab. Das Ergebnis wird dann in ein paar Tagen folgen.

Um 12 Uhr begann das Rennen im Porsche Michelin-Cup, die 16 Runden waren schnell vorbei und ich weiss immer noch nicht, wer bei "meinem" Team fuhr. Ist ja auch egal, ich dachte sowieso nur noch ans F1-Rennen.

Ab 13.30 Uhr kamen dann alle Fahrer einmal bei uns vorbei, um auf ihre Startpositionen zu fahren, und ich wehte meine zusammengebastelte Doppelfahne (unten Kanada, oben BAR), als Villeneuve vorbeifuhr. Auch die anderen Villeneuve-Fans neben mir waren schon aus dem Häusschen, als Ville vorbeifuhr. Wir konnten das Rennen alle kaum noch erwarten.

Nach der Einwärmrunde dachte ich, dass ich mich so positionieren könnte, dass ich auf die Leinwand sehe, denn den Start konnte wir sowieso nicht live sehen und wenn die Fahrer in die erste Kurve einbogen, konnte ich ja wieder live hinschauen. Das tat ich dann auch, doch bis zur ersten Kurve kamen die Fahrer nicht. Ich sah, wie Kimi nach vorne rollte und der Rest stehen blieb (stimmte nicht ganz, wie ich jetzt weiss), und dachte, dass Kimi einen enormen Frühstart provoziert hatte und deshalb der Start abgebrochen wurde. Der Kommentator belehrte mich schon eines besseren, als er sagte, dass da Matta den Startunterbruch verursacht hatte.

Um 8 nach 2 gab es dann den zweiten Versuch, und wieder stellte ich mich gleich hin, wieder blieb da Matta stehen (das sah ich dieses Mal nicht) und wieder gab es einen Startabbruch. Grosses Raunen bei den Stehplätzen, wir wollten die Fahrer doch nur das Rennen fahren sehen...

Beim dritten Versuch ging dann endlich alles gut, Schumi blieb erster, Monty fuhr auf Rang 2, Kimi fiel auf Rang 3 zurück, dahinter Coulthard, der an Heidfeld vorbeizog, und Button. Der Brite fuhr ein geniales Rennen, was bei mir und meinen BAR-Nachbarn für viele strahlende Gesichter sorgte. Doch nicht nur wir strahlten übers ganze Gesicht, auch Mathys hatte bald etwas zu lachen, als Montoya mit einem Motorschaden direkt vor uns ausfiel. Kimi lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang 2, weil Schumi seinen Stopp schon hinter sich hatte - vom Feuer hatten wir nichts mitbekommen. Also lag Kimi kurz in Führung, doch schon schnappte sich Schumi diese zurück. Kimi lag eigentlich gar nicht in Führung, denn Schumi überholte den Finnen noch bevor die beiden an Montoya vorbeizogen.

Der weitere Rennverlauf ist bekannt, wir wussten allerdings nicht, dass Villeneuve mit enormen Problemen zu kämpfen hatte. Deshalb ärgerte ich mich wahnsinnig, als Villeneuve über eine Minute lang an der Box blieb und so eine Runde oder anders gesagt einige Punkte verlor. Meinen Ärger musste ich irgendwie rauslassen und das tat ich, indem ich die BAR-Fahne auf den Boden schmiss. Die Frauen von den Villeneuve-Fans neben uns schauten mich blöd an, doch das war mir egal, ich konnte mich ja nicht über diesen Stopp freuen. Aus Protest montierte ich die BAR-Fahne ab und schraubte die Kanada-Fahne auf und wehte die für den Rest des Rennens.

Als die Fahrer dann im Ziel waren, freute sich Mathys über Rang 2 für Kimi, Dave über Rang 4 für Trulli und ich über Rang 5 für Button. Trulli fuhr nämlich vor Button, doch wir haben es ganz verpasst, dass Trulli überrundet war. Erst als meine Kollegin mir per SMS das Endergebnis geschickt hatte, bekamen wir das mit. Also freute ich mich umso mehr über den 4. Platz von Button (sein bestes Resultat in der F1 egalisiert), Dave dagegen ärgerte sich, da Trulli nun nur auf dem 8. Platz landete.

Die ersten Fans verliessen das Gelände auch schon, doch Mathys, Dave und ich entschieden uns, mal die Strecke zu stürmen. Gemeinsam mit vielen anderen Fans kletterten wir über die Absperrung und liefen in Richtung Remus-Kurve. Ich konnte es kaum glauben, endlich mal auf einer F1-Rennstrecke zu stehen, es war ein geiles Gefühl. :) Als wir dann in der Remus-Kurve waren, schaute ich mir erstmals die Randsteine an. Dort waren sie ja nicht wirklich hoch, kein Wunder also, dass fast alle Fahrer über die Randsteine bretterten. Dann ging mein Blick die Gerade hinunter und ich konnte erstmals die wirkliche Steigung hinauf zur Remus betrachten - echt unglaublich. Den steilen Eindruck, den man von den Games oder vom TV hatte, war noch nicht steil genug, in Wirklichkeit ist es viel steiler. Ich merkte gar nicht, dass ich mitten in der Kurve stand, wo sehr viel Gummi auf der Piste war. Erst als ich wieder weggehen wollte, fiel mir das auf, aus dem einfachen Grund, dass meine Schuhe ein wenig am Boden klebten. Hoppla, ist da Kaugummi am Boden oder was? Nein, es war nur das Gummi von den Reifen. Erst jetzt kapierte ich wirklich, was die Fahrer meinen, wenn sie davon sprechen, dass zu wenig Gummi am Boden war. Ich hätte mir nicht im Traum vorstellen können, dass Reifen-Gummi so sehr kleben kann.

Nach ein paar Erinnerungsfotos ging es dann wieder Richtung Zeltplatz, wir rissen das Zelt ab und traten dann die Heimreise an. Unterwegs schauten wir noch bei diversen Merchandising-Ständen vorbei, doch die Preise waren zu hoch, um noch etwas zu kaufen. Einzig Mathys kaufte sich noch eine Finnland-Fahne mit den Buchstaben KIMI drauf. Die Stange, die es dazu gab, verlor er unterwegs nach Hause. :D

Nach einer halben Stunde Marsch kamen wir endlich beim Schuttle-Bus an, wir machten es uns bequem - wieder waren neben uns nur 1-2 Leute da - und warteten, bis der Fahrer endlich losfuhr. Mittlerweile starb ich beinahe vor Hunger und ich freute mich darauf, am Bahnhof etwas zu essen.

Wir kamen um 18 Uhr am Bahnhof an, der Zug fuhr erst um 19.10 Uhr, wir hatten also eine gute Stunde Zeit. Im Bahnhofrestaurant nahmen wir eine Mahlzeit zu uns, dann gingen wir zum Zug, wo wir allerdings nur Stehplätze fanden, da der Zug voll war. Die 15 Minuten bis St. Michael konnten wir ja stehen, war doch kein Problem.

In St. Michael mussten wir dann kurz auf den Zug warten, der uns nach Salzburg bringen würde. Als dieser kam, war auch der ziemlich voll und wir mussten in ein anderes Abteil, gemeinsam mit zwei anderen Schweizern die auch beim Rennen waren. Gut 3 Stunden vergingen, als wir dann endlich in Salzburg ankamen. Mathys musste derweil ein paar Euros hinblättern, da der Kondikteur ein wenig strenger war als die anderen und so seine Fahrkarte doch bezahlen musste.

In Salzburg mussten wir dann 2 Stunden warten, ehe uns der City-Night-Express nach Zürich fuhr. Die Zeit überbrückten wir mit essen, lesen und jassen. Als der Zug dann kam richteten wir uns kurz im Liegewagenabteil ein, ich schloss die Augen und war auch schon eingeschlafen. Als mich der Kondikteur am Montagmorgen weckte, waren wir schon wieder in der Schweiz. Es gab Frühstück, dann mussten wir schon aussteigen und den Zug Richtung Bern nehmen. Das Wochenende war also schon fast wieder vorbei, ein weiteres schönes Erlebnis war vorbei. Als wir in Bern ankamen, musste ich noch eine Weile auf den Zug warten, ich kaufte mir noch etwas zum lesen und ging dann Richtung Gleise. Mir kam einer mit einem Sauber-Cap entgegen, der ziemlich lachen musste, als er mich so müde, mit viel Gepäck und der BAR-Fahne in der Hand sah. Ich lachte auch und wartete dann beim Gleis auf den Zug. Neben dem weiteren Frühstück (das im Zug konnte man getrost stehen lassen, so hässlich wie das war) liess ich das Wochenende nochmals Revue passieren und ich blicke auch jetzt noch auf ein geniales Weekend zurück. Es war viel schöner als in Monza, nicht nur, weil fast alles deutsch war, sondern weil man einen viel besseren Blick auf die Strecke hatte und mehr für sein Geld geboten bekam. Schade, dass wir dieses Wochenende nicht mehr wiederholen können, aber für Mathys, Dave und mich steht jetzt schon fest, dass wir nächstes Jahr wieder an ein F1-Rennen gehen - voraussichtlich nach Magny-Cours.

Fotos von diesem Kurztripp nach Österreich gibt es hier.