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Vor langer Zeit (das war noch im alten Jahrtausend) habe ich einige Gedichte sowie eine Biografie über meinen damaligen Lieblingsfahrer Jacques Villeneuve geschrieben. Hier gibt es erst einmal die Biografie zu lesen, die Gedichte können über die Navigation eingesehen werden. Anzumerken gibt es, dass Villeneuves Formel-1-Karriere inzwischen beendet ist und ich mich nicht mehr wirklich über ihn informiere.
Jacques Villeneuve, der Sohn von Gilles Villeneuve, wurde am 9. April 1971 in St. Jean-sur-Richelieu in Quebec geboren. Der mittlerweile 30jährige Kanadier wohnt alleine in Monte Carlo (Monaco). Da er immer noch ledig ist, hat er auch keine Kinder.
Jacques Villeneuve ist ungefähr 1.69 Meter gross und wiegt normalerweise ca. 67 Kilo.
Schon als Kind wollte er einmal so werden wie sein Vater. Sein Ziel war es, einmal in der Formel 1 zu fahren. Deshalb erlernte er den Beruf Rennfahrer.
Jacques wuchs in einer kanadischen Familie auf, die aus Vater Gilles, Mutter Joann sowie aus 2 Kindern (Melanie und Jacques) bestand. Jacques hat auch noch eine Halbschwester, sie heisst Jessica und wohnt bei der Mutter in Monaco. Melanie wohnt in New York.
Gilles Villeneuve, sein Vater, kam 1982 bei einem tragischen Unfall auf der Rennstrecke ums Leben.
Wenn Jacques nicht gerade in einem Formel1-Auto sitzt, dann hört er gerne Musik, schaut gerne Filme, sitzt oft vor dem Computer, fährt Inline Skates oder im Winter auch sehr häufig Ski. Jacques liebt den Speed. Egal ob er in einem Auto sitzt oder auf 2 Brettern unterwegs ist, es geht im nie schnell genug!
Privat fährt er einen blauen Renault Spider. Im Auto hört er meistens Rock oder Pop, seine Lieblingsmusikrichtung.
Jacques Villeneuve liest auch ganz gerne Bücher. Am liebsten sind im Science-Fiction-Bücher.
Was man Jacques vom Körperbau her gar nicht zutrauen würde ist folgendes: Er isst fürs Leben gerne! Am liebsten hat er natürlich die italienische Küche, ganz besonders mag er Pasta. Dazu trinkt er am liebsten ein Glas Milch oder Rootbeer.
Nun zu seiner Fahrerkarriere:
Sein Weg in die Formel 1 begann in der Russel Rennschule in Mont Tremblant in Kanada, die man auch als Formel Ford 1600 bezeichnete. In dieser Schule fuhr er 1986, also im Alter von 15 Jahren.
Ein Jahr später, im Jahr 1987, fuhr er in der Spenard Rennschule in Shannonville. Diese Rennschule befand sich in Ontario, also auch in Kanada. Sie war auch als Formel Ford 2000 bekannt.
1988 war er erstmals international unterwegs. Er fuhr drei Rennen bei den Tourenwagen in Italien. Damals war er auf einem Alfa Romeo unterwegs. Das war damit auch die erste Rennerfahrung des Kanadiers.
Von 1989-1991 fuhr er in der italienischen Formel 3. 1989 war er auf einem Reynard-Alfa Romeo unterwegs und erreichte sein bestes Ergebnis als 10.
1990 war er immer noch beim Reynard-Alfa Romeo Team. Er startete deshalb mit einem Reynard-Alfa Romeo 903. Er landete in der Meisterschaft auf dem 14. Platz, konnte im Qualifying allerdings schon eine Pole Position herausfahren.
1991, In seinem letzen Jahr in Italien, fuhr Jacques im Ralt-Alfa Romeo RT35. Er landete mit 20 Punkten auf dem 6. Platz in der Gesamtwertung. Er konnte sich 3 Mal die Pole herausfahren, wurde einmal Zweiter und zweimal Dritter.
Im Jahr 1992 startete er dann in der Japanischen F3-Meisterschaft beim Team Tom's Toyota. Er landete auf dem 2. Platz in der Gesamtwertung. Er konnte sich 3 Siege herausfahren. Dazu wurde er Dritter beim F3-Rennen in Macau, einem Sportwagenrennen in Japan mit Toyota und fuhr beim Formel Atlantic Rennen in Nordamerika auf den 3. Platz.
1993 startete Villeneuve bei den Atlantic Series beim Team von Forsythe-Green Racing. Mit seinen 7 Poles, den 5 Siegen und dem 3. Gesamtrang wurde er als "Rookie of the year" ausgezeichnet.
Mit seinen 23 Jahren fuhr Jacques 1994 bereits bei den Indy Car Series. Er war damals wieder im Forsythe Green unterwegs. Er holte sich einen Sieg beim Rennen in Elkhart Lake und landete mit 94 Punkten auf dem 6. Gesamtplatz. Dazu wurde er wieder zum "Rookie of the year" im IndyCar (Indy 500) ausgezeichnet.
Auch in der Saison 95 fuhr er in der Indy-Car-Meisterschaft. Mit dem Team Forsythe Green Racing wurde er der jüngste Champion der IndyCar Championship! Damit war er auch der erste Kanadier, der Indy-Champ wurde. Er holte sich 6 Poles und 4 Siege (einschliesslich "Indy 500"). Ebenfalls 1995 wurde er zum "Athlete of the year" in Kanada gewählt. Dank seinen Siegen wurde er vom Williams-Renault F1 Team für einen Test in Silverstone engagiert. Er testete den Williams Renault FW17B. Das Team war begeistert und sicherte sich das Talent für die kommenden Jahre in der Formel 1.
In seinem ersten Jahr in der Formel 1 wurde Jacques Villeneuve im überlegenen Williams-Renault hinter seinem Teamkollegen Damon Hill Vizeweltmeister. Jacques konnte sich satte 78 Punkte einfahren. Ein Motorschaden hinderte ihn in Melbourne daran, seinen ersten Sieg im ersten GP zu erzielen. Doch er ist dennoch der beste Debütant in der Formel 1!
Im 1. Rennen holte er sich schon die Pole Position, 2 weitere sollten in dieser Saison noch folgen. Er blieb aber über die gesamte Saison hinweg ein wenig im Schatten vom späteren Weltmeister Hill. Die 4 Siege in dieser Saison fuhr sich Villeneuve auf dem Nürnburgring, in Silverstone, auf dem Hungaroring und in Estoril ein.
Schon in seinem 2. Jahr in der Formel 1 konnte er Weltmeister werden! Im Williams-Renault konnte er sich 10 Pole Positions einfahren und 7 Siege feiern.
Hier die Meistersaison im Überblick:
1. Rennen in Australien, Pole Position, im Rennen ausgefallen
2. Rennen in Brasilien, Pole Position, 1. Platz
3. Rennen in Argentinien, Pole Position, 1. Platz
4. Rennen in San Marino, Pole Position, im Rennen ausgefallen
5. Rennen in Monaco, 3. Startplatz, im Rennen ausgefallen
6. Rennen in Spanien, Pole Position, 1. Platz
7. Rennen in Kanada, 2. Startplatz, im Rennen ausgefallen
8. Rennen in Frankreich, 4. Startplatz, 4. Platz
9. Rennen in Grossbritannien, Pole Position, 1. Platz
10. Rennen in Deutschland, 9. Startplatz, im Rennen ausgefallen
11. Rennen in Ungarn, 3. Startplatz, 1. Platz
12. Rennen in Belgien, Pole Position, 6. Platz
13. Rennen in Italien, 4. Startplatz, 5. Platz
14. Rennen in Österreich, Pole Position, 1. Platz
15. Rennen in Luxemburg, 2. Startplatz, 1. Platz
16. Rennen in Japan, Pole Position, nach dem Rennen disqualifiziert
17. und letztes Rennen in Jerez (GP von Europa), Pole Position (3 zeitgleich), 3. Platz (nach unfairer Attacke von M. Schumacher, die ihn um den WM-Titel gebracht hat)
17 Rennen, 81 Punkte, 4.7647 Punkte pro Rennen
Da Michael Schumacher wegen seiner unfairen Attacke im letzten Rennen alle WM-Punkte weggenommen wurden, wurde Villeneuve souveräner Weltmeister. Jacques wäre zwar auch Weltmeister geworden, wenn Schumacher seine Punkte behalten hätte, aber so war sein Triumph noch deutlicher. Er lag am Schluss satte 39 WM-Punkte vor seinem Teamkollegen Heinz-Harald Frentzen, der in dieser Saison mit dem Top-Auto seine liebe Mühe hatte.
Die Saison 1998 wurde erstmals zu einer Endtäuschung in Villeneuves Karriere. Mit nur gerade 21 WM-Punkten landete er mit seinem schlechten Williams-Mecachrome auf dem 5. Rang in der Gesamtwertung, immerhin noch 2 Plätze und 4 Punkte vor dem Deutschen Teamkollegen HHF. Er konnte sich nur zweimal aufs Podest begeben, beide Male wurde er jeweils Dritter (in Hockenheim und auf dem Hungaroring).
Nach dem unglücklichen Jahr suchte Villeneuve eine neue Herausforderung. Er fand sie beim neuen Formel1-Team BAR-Supertec. Das Team wollte von Anfang an um den Weltmeistertitel mitreden. Was dabei herauskam: 0 Punkte, die Ränge 21 und 22 für Villeneuve und Zonta, der ebenfalls sehr enttäuscht war mit dem Verlauf der Saison. Jacques Villeneuves bestes Ergebnis war ein 8. Rang in Monza. Was in dieser Saison besonders bitter war: Jacques erreichte bei den ersten 11 Rennen der Saison 1999 das Ziel nicht einmal!
So konnte das Jahr 2000 eigentlich nur besser werden. Das Team hatte zwar wieder gesagt, man wolle um Siege mitfahren, aber jeder wusste, dass dies nur Wunschdenken sein konnte. Immerhin ging es mit den Honda-Motoren bergauf. Villeneuve holte sich mit 17 WM-Punkten den 7. Rang in der Gesamtwertung. Sein Teamkollege Ricardo Zonta konnte nur gerade 3 WM-Pünktchen ergattern, und landete auf dem schwachen 14. WM-Rang. Villeneuves beste Ergebnisse waren die 4. Plätze in Australien, Frankreich, Österreich und in den USA.
Auch in dieser Saison wollte das BAR-Team einiges leisten. Siege liegen im Bereiche des Möglichen, wurde immer wieder gesagt. Für Siege reicht es diese Saison zwar noch nicht, aber Jacques Villeneuve fuhr in Spanien und Deutschland immerhin schon auf den 3. Rang. Das erste Mal seit dem 16. August 1998 stand er in Spanien wieder auf dem Podest. Dazu kommt, dass das BAR-Team mit Olivier Panis einen Fahrer gefunden hat, der in dieser Saison nur knapp schwächer war als Villeneuve. Jedoch kann der Franzose das Auto besser abstimmen als der Kanadier. Diese 2 Fahrer haben beide andere Stärken, und zusammen sind sie ein gutes Team. In dieser Saison konnte Jacques mit 12 WM-Punkten auf dem guten 7. Rang in die Pause gehen. Damit darf er sich zum "besten Fahrer vom Rest" nennen. Das BAR-Team belegte mit 17 Punkten den 6. Rang. 4 Punkte vor dem BAR-Honda-Team lag das schweizer Team Sauber. Die Honda-Teams sowie das Schweizer-Team lieferten sich bis ans Ende der Saison ein hartes Kopf-an-Kopf-Duell um den 4., 5. und 6. Platz. Villeneuves Ziel war es, trotz des unterlegenen BAR-Autos den 7. Platz in der Fahrerwertung zu ergattern und auf den 4. Platz in der Konstrukteuere-Wertung vorzustossen. Letzteres gelang dem Team nicht. Noch schlimmer ist das, weil das andere Honda-Team Jordan 2 Punkte mehr holen konnten als das BAR-Team. Doch mit Villeneuves 7. Rang wird diese Niederlage wieder ausgeglichen.
Villeneuve besitzt noch einen Vertrag bis 2003 bei BAR. Jedoch bietet ihm das Team die Möglichkeit, bei Erfolglosigkeit das Team zu verlassen. Nächstes Jahr wird er aber mit Sicherheit noch für BAR fahren.
Villeneuves Ziele für die nächste Saison dürfte sicherlich ein Sieg sein, oder zumindest will er regelmässig auf dem Podest stehen. Ob dies allerdings möglich sein wird, werden wir vielleicht schon beim 1. Grand Prix in der Saison 2002 sehen. Im Jahr 2003 will er wohl wieder Weltmeister werden. Ob es mit dem BAR-Team möglich ist bleibt abzuwarten. Vielleicht kann er auch einen Platz bei einem Topteam erben. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es zwar nicht so rosig aus, weil bei McLaren wahrscheinlich 2003 kein Platz frei wird, da dieses Team den Finnen Häkkinen durch seinen Landsmann Kimi Räikkönen ausgetauscht hat. Was mit Coulthard passiert kann ich natürlich auch noch nicht wissen. Aber in einem Jahr kann sowieso noch sehr viel passieren! Am besten warten wir einfach mal ab...
Jacques Villeneuve fuhr übrigens in der Formel eins schon immer mit dem jetzigen Helm, der die Farben blau, violett, schwarz, rot und gelb beinhaltet.
Er konnte in seiner Fahrerzeit in der Formel 1 13 Pole Positions, 11 Siege, 9 schnellste Rennrunden und 201 WM-Punkte einfahren!
Zu seinen Stärken im Rennsport: Villeneuve ist sehr gut in schnellen Kurven, erahnt die Ideallinie auch auf neuen Kursen sehr schnell und er strotzt nur so vor Selbstvertrauen. Zu seinen Schwächen zählen die meist nicht sehr guten Renntaktiken sowieso seine "Qualitäten" bei Regen. Auch sein Mundwerk hat er teilweise nicht mehr so ganz unter Kontrolle.
Wegen seiner "Alles-oder-nichts-Fahrweise" muss Villeneuve sehr viel Kritik einstecken. Hier mal ein Beispiel:
"Jacques Villeneuve scheint aus Mangel an Erfolgen auf der Rennstrecke zu versuchen, wenigstens durch negative Schlagzeilen im Gespräch zu bleiben. Seit er im BAR-Cockpit sitzt, gehen ihm die Pferde unter der Honda-Haube schon mal durch.
So geschehen in Melbourne, als er mal wieder Ralf Schumacher ins Heck seines BMW fuhr."
Also, mal wieder... Wann fuhr im Jacques Villeneuve denn sonst noch ins Heck? Ich erinnere mich da an Kanada im letzten Jahr, als er auf nasser Fahrbahn nicht mehr bremsen konnte und VON DER SEITE in R. Schumacher fuhr.
Nun gut, kommen wir nochmals zu dieser Saison. Eine Zeitung schrieb:
"Kanadier fährt mit nervösem Auto zu aggressiv
Obwohl sich in Melbourne nicht zum ersten Mal gezeigt hat, dass Villeneuve mit seinem nervösen Auto zu aggressiv unterwegs ist, scheint seine Fahrweise noch extremer zu werden. Vielleicht, weil er weiß, dass er viel wagen kann, weil die Boliden immer sicherer werden.
Tatsächlich werden die Autos und die Strecken für die Fahrer immer sicherer. Aber was ist mit den Menschen, die im Dienste des Sports ihren Job machen? Den Menschen in den Boxengassen und an den Streckenrändern? Und nicht zuletzt: Was ist mit den Zuschauern? Wäre der Wagen von Villeneuve abgehoben, wäre er mitten in der Zuschauermenge gelandet. Das Ausmaß einer solchen Katastrophe ist wohl unvorstellbar."
Was wäre, wenn wäre nicht wäre? Oder was wäre wenn?
Gibt es nicht auch noch mindestens 2 andere Fahrer in der Formel 1, die manchmal ebenso ungestüm zu Werke gehen wie Villeneuve? Ich denke da spontan an Juan-Pablo Montoya oder Michael Schumacher. Ich persönlich habe keine Vorwürfe gegen einen der Fahrer, aber wenn man schon solche Kritiken schreibt, dann soll man doch bitte nicht nur einen Fahrer dran nehmen! Aber das ist eben bei Villeneuve so: Zuerst schaut man auf ihn, und wenn es bei ihm nichts auszusetzen gibt, dann schaut man, wo er sonst schlecht ist.
Noch ein Zitat, dass wieder mal typisch Villeneuve-Kritiker ist:
"Villeneuve scheint blind vor Ehrgeiz und gepeitscht vom eisernen Willen zu sein, mit dem BAR-Honda wieder ganz nach vorne zu fahren, wo er sich 1996 als Weltmeister so wohlfühlte. Ohne Rücksicht auf Verluste rast er wie ein Wahnsinniger und geht über das Limit hinaus."
Kommentar überflüssig...
Und noch schnell ein Zitat:
"Wer mit diesem Wagen beispielsweise versucht, die Eau Rouge in Spa mit vollem Speed zu durchfahren - wie Villeneuve das 1999 tat -der kann nur ein Wahnsinniger sein. Oder eben einer der härtesten Racer des Feldes. Hier scheiden sich dann wohl die Geister."
Da ist endlich einmal etwas Wahres dran! Ich persönlich bin eher für "einer der härtesten Racer des Feldes". Einige andere User eher für "ein Wahnsinniger".
Jedenfalls hat er schon oft genug bewiesen, dass er echte Racer-Qualitäten hat, und dass er sich auch vor Harakiri-Manövern nicht scheut. Frei nach dem Motto: Wer wagt, gewinnt!
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