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Hier kannst du jeweils meine letzte Ferienreise, die ich ein wenig kommentieren wollte, nachlesen. Derzeit geht es um den Ausflug nach London zum Fussball-Testländerspiel England - Schweiz im Wembley-Stadion.
Das Spiel fand als Vorbereitung für die Fussball-Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und in Österreich statt. Mathys, Dave und ich waren vom 6. bis 8. Februar in London mit dem Highlight des Länderspiels am ersten Abend.
Das war einfach genial! Über 85'000 Zuschauer, grandiose Stimmung, viele Schweizer Fans und ein absolut beeindruckendes Stadion. Um Viertel nach 6 waren wir im neuen Wembley-Stadion, aber schon als wir zur U-Bahn ausstiegen beeindruckte uns das riesige Gebäude mit dem Triumpfbogen drüber, einfach fantastisch. Auf dem knapp 5-minütigen Weg zum Stadion freute ich mich schon riesig darauf, endlich den ersten Schritt in dieses sagenumworbene Stadion zu setzen. Als ich dann endlich zu den Plätzen ging, war ich einfach nur überwältigt von der Grösse dieses Stadions. Es kam mir noch deutlich grösser vor als das Camp Nou in Barcelona. Einfach gigantisch.
Vor dem Spiel genossen wir noch eine Mahlzeit im Stadion (neben Fish & Chips gab es auch Bockwurst :D), ehe es dann endlich losging. Die Nationalhymnen wurden gespielt, einfach unglaublich dieses Gefühl, wenn tausende Schweizer Fans in England die Nationalhymne singen. Bei den Engländern wars zwar auch sehr laut, aber weniger eindrücklich, da wir nicht mittendrin waren. Die anschliessende Schweigeminute, die Aufgrund des Flugzeugunglücks von vor 50 Jahren in München, als fast die komplette Mannschaft von Manchester United ums Leben kam, gehalten wurde, wurde von einem Schweizer durch einen "Hopp Schwiiz"-Ruf gestört, woraufhin aus dem anderen Ende des Stadions die Worte "Fuck off" zu vernehmen waren. Ein leichtes Schmunzeln ging dabei sicherlich den Meisten über das Gesicht.
Als endlich gespielt wurde, feuerten wir unsere Mannen natürlich lautstark an. Die Schweizer spielten stark, sorgten auch das ein oder andere Mal für Torgefahr, doch letztlich blieben wir vorerst ohne Torerfolg. Anders die Engländer, die kurz vor der Pause zum 1:0 trafen. Die Stimmung war von da an bis zum Halbzeitpfiff auf dem Nullpunkt, keiner der Schweizer Fans sagte mehr etwas und alle warteten auf die Pause, in der Köbi Kuhn unsere Jungs hoffentlich nochmals motivieren würde.
Dies war dann auch der Fall, durch mehrere Spielerwechsel brachte er neues Leben ins Spiel der Schweizer und wie aus dem Nichts gelang Eren Derdiyok der Ausgleich, was natürlich im Schweizer Fansekter für ausgelassenen Jubel sorgte. Von da an wurde das Spiel auch ein wenig hitziger, die Fans waren teilweise aufgebracht, aber zu Ausschreitungen oder Ähnlichem kam es nicht. Dies wohl auch, weil kurz nach dem Ausgleich schon wieder der Führungstreffer für England folgte. Trotzdem war bis zum Schluss des Spiels die Stimmung prächtig. Letztlich bleibt aber leider die Erkenntnis, dass es gegen England leider nicht zu einem Punktgewinn gereicht hat. Aber mal ehrlich, wer reist schon nach England, wenn man nicht damit rechnet, dass es womöglich nicht zum Sieg reicht?
Lustig war, dass ab der 70. Minute die ersten Fans das Stadion bereits verliessen. Natürlich taten dies nur die Engländer. Als wir dann etwa eine halbe Stunde nach Spielschluss das Stadion ebenfalls verliessen, wussten wir dann auch, wieso dies so war: Vom Stadion zurück zur U-Bahn-Station brauchten wir eine Stunde! Die Menschenmassen sind einfach unvorstellbar, die zu diesem Bahnhof geströmt sind.
Was noch bleibt ist der Blick auf die Sicherheit. Ich fühlte mich zu jedem Zeitpunkt wohl, sowohl in der Stadt, wo wir mit dem Schweizer Natishirt unterwegs waren, als auch unterwegs zum Stadion und auch im Stadion selber. Von Hooligans oder ähnlichem war nichts zu sehen. Die Sicherheitsleute auf den Rössern machten Eindruck und haben das Ziel voll erreicht, nämlich für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Das einzige kleine Problem im Stadion wurde von uns Fans elegant gelöst. Auf die Durchsagen, man solle sich hinsetzen, wurde gar nicht reagiert. Und als dann das Sicherheitspersonal in unseren Fanblock kam und die Stehenden zum Sitzen zu überreden versuchten, stimmten diese einfach ein "Steht auf, wenn ihr Schweizer seid" an und schon stand wieder der ganze Fanblock. Dies wiederholte sich in der 1. Halbzeit mehrmals, in der 2. Halbzeit war vom Sicherheitspersonal dann gar nichts mehr zu sehen. Nach dem 1:1 bis zum Schluss stand der ganze Fanblock, es war herrlich.
Fazit nach 3 Tagen London und einem tollen Spiel: Auswärtsfahrten machen einfach unglaublich viel Spass. Das Wembley war als erstes Nati-Auswärtsspiel die ideale Bühne und ich würde jederzeit wieder so einen Ausflug machen. Hopp Schwiiz!
Fotos vom Ausflug nach London und auch vom Länderspiel gibt es hier.
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