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Hier beschreibe ich meine ersten Erfahrungen mit Snooker sowie ein paar weitere Sachen von mir im Zusammenhang mit Snooker.

Stephen Hendry

Zum Snooker kam ich ganz unspektakulär vor dem Fernseher. Es war einer dieser Tage, wo man die Auswahl hatte zwischen langweiligen Filmen, Richtershows, Big Brother oder dem Sportprogramm. Letztlich habe ich mich zum Glück fürs Sportprogramm auf Eurosport entschieden. Eine mir neue Variante des Billards, das eigentlich ziemlich leicht ausschaute, denn die Spieler haben fast alle Bälle auf Anhieb versenkt. Wie mir der mitlerweile zum Kultkommentator gewordene Rolf Kalb damals mehrmals zu verstehen machte, war dies während der Snooker-WM 2004 in Sheffield. Er war es auch, der dafür sorgte, dass Neulinge in dieser Sportart wie ich es war schnell mit den Grundprinzipien des Snookers vertraut gemacht wurden. Dies tut er auch heute noch. Fast bei jeder Übertragung erwähnt er kurz das Grundprinzip des Snookers, damit neue Zuschauer auch einigermassen verstehen, warum wer jetzt auf welchen Ball spielt.

Ich weiss nicht mehr, welche Partie damals am laufen war. Ich weiss nur noch, dass mich diese Sportart damals auf Anhieb fasziniert hat. Dass ich später selber mal mein Glück und Können an einem Snooker-Tisch versuchen würde, habe ich damals aber nicht gedacht.

Barry PinchesIm Verlaufe der WM, die ich dann natürlich so oft wie möglich verfolgt habe, bin ich auch zu meinem Lieblings-Snooker-Spieler gestossen: Stephen Hendry! Seine offensive Art, seine Qualitäten im Safety-Spiel sowie sein stets interessierter Blick, wenn er nicht gerade am Tisch war (siehe Bild), haben mich begeistert. Bis heute ist er mein unangefochtener Lieblingsspieler. In der Saison 2005 bin ich dann auf zwei weitere interessante Spieler gestossen, denen ich (abgesehen von Hendry) mehr als allen anderen die Daumen drücke: Barry Pinches und Matthew Stevens. Bei Pinches musste ich lachen, als ich sein Gesicht sah. Das Foto spricht für sich... Und bei Matthew Stevens war es seine lockere Art und sein extravagantes Auftreten, welches mich begeisterten.

Matthew StevensDann aber sollte ich meine ersten Gehversuche auf dem Snookertisch machen. Es war mit meinem Schulkollegen Schelä, der ebenfalls zum gleichen Zeitpunkt wie ich auf den Geschmack des Snookers kam. Wir gingen nach Bern ins Billardcenter, druckten ein paar Blätter mit den wichtigsten Regeln aus und los gings. Was bei den Profis so einfach aussah, wurde bei uns zum Geduldsspiel. Insgesamt brauchten wir für unseren ersten Frame über eine Stunde! Die Punktezahl von beiden Spielern war über 50, da wir so viele Fouls begingen. Ein gerader Ball über die gesamte Tischlänge war eine riesige Herausforderung. Heute sieht das zum Glück etwas anders aus.

Wir beide waren nicht wirklich gut, doch es hat uns beiden gefallen. So kam es, dass wir immer öfters gemeinsam Snookern gingen, und mit der Zeit konnte ich auch andere Leute überzeugen, mal Snooker zu spielen. Die Zahl dieser Leute lässt sich zwar an einer Hand abzählen, aber es gibt immerhin noch andere, welche sich gerne mal am Snookertisch versuchen. Und ich kann es allen nur empfehlen!

Lange war es für mich ein grosser Erfolg, wenn ich nach einer roten ausnahmsweise mal eine farbige Kugel versenken konnte. Doch diese Zeiten sind vorbei. Unter anderem Dank Dominic Lienhard, dem Schweizer Meister von 2002. Bei ihm haben Schelä, Mathys, Dave und ich ab dem 4. Mai 2005 für 5 Abende einen Snookerkurs besucht. Dabei lernten wir zuerst, wie man überhaupt nicht an den Tisch steht, wie man die Hand am besten hält, wo man das Queue halten muss usw. Je länger der Kurs dauerte, umso besser wurden wir auch, auch wenn man es nicht immer auf Anhieb sah. Zum Schluss lernten wir auch, wie man sich die Bälle am besten vorlegen könnte, die Grundlage für hohe Breaks. Doch wenn man nicht übt, dann verlernt man das ganze natürlich schnell wieder. Das habe ich nach einer unabsichtlichen 2-Monatspause gemerkt. Ich kam mir fast vor wie zu Anfangszeiten.

Als ich wieder regelmässiger snookern ging, sah das zum Glück wieder anders aus. Lange lag mein höchstes Break bei maximal 10, dann gelang mir mal ein 18er Break, als ich am Schluss die blaue, pinke und schwarze Kugel nacheinander gelocht habe. Am stolzesten bin ich aber immer noch auf ein 16er Break, welches ich ohne Glückstreffer und mit gutem Stellungsspiel geschafft habe. Dabei habe ich in dieser Folge rot, schwarz, rot, pink und nochmals rot versenkt.

Mein höchstes Break datiert vom 8. April 2006. Es war ein 27er-Break zum Schluss, wo ich mit einer Total Clearance die letzten 7 Kugeln versenkte. Das selbe Resultat schaffte ich auch am 31. August 2006 noch einmal.

Das etwas spektakulärere Break war mein dritthöchstes Break, ein 22er-Break. Die blaue Kugel lag vor dem Loch, pink und schwarz habe ich jeweils mit etwas Glück über die Bande versenkt. So sah das inetwa aus:

Mein bisher höchstes Break

Mein nächstes Ziel ist es, mal ein Break über 30 zu schaffen. Doch um dies zu schaffen, brauche ich wohl noch etwas mehr Übung. Da diese aber momentan nicht wirklich vorhanden ist, muss ich dieses Ziel auf unbestimmte Zeit verschieben.

So sehe ich am Snookertisch ausMit den drei Leuten, die mit mir beim Snookerkurs waren, habe ich auch ein langfristiges Spiel am laufen. Wir spielen wie beim WM-Finale Best of 35, also wer zuerst 18 Frames gewinnt hat gewonnen. Die Bilanz sieht dabei so aus:

Mathys: 18:12, 18:10, 18:10, 18:10, 18:8, 18:6, 6:2
Schelä: 18:7
Dave: 11:1

Da kann man klar sehen, dass ich am meisten mit Mathys gespielt habe. Dies war nicht immer so: Zu meinen Anfangszeiten habe ich am meisten mit Schelä gespielt, da wir während der Mittagspause oder nach der Schule jeweils fast jede Woche Snooker spielen gegangen sind.

Einen weiteren Meilenstein in meiner Snooker-Historie erlebte ich im November 2005 beim Snooker Open in Zofingen. Dort war ich mit Schelä etwa 6 Stunden am Snooker schauen. Dabei haben wir unter anderem Neil Robertson (der seither ebenfalls zu meinen Lieblingsspielern zählt), Michael Holt und Mark Selby zugeschaut. Es war sehr interessant, den Profis (und teilweise auch Halbprofis) zuzuschauen. Doch es ist anstrengender als man sich vorstellen kann, denn man muss völlig ruhig sitzen, um die Spieler in ihrer Konzentration nicht zu stören.
Das Ganze wiederholte sich dann im November 2006. Von mir aus spricht nichts dagegen, jedes Jahr einmal Live-Snooker zu schauen.

Schelä, Dave, ich und Mathys mit John HigginsDen vorläufigen Höhepunkt erlebte ich am 11. März 2006, als ich in der Billard Lounge in Köniz in den Genuss kam, den derzeit besten Snookerspieler der Welt beim Spielen zu bewundern: John Higgins. Abgesehen von den 7 Frames, die er gegen 7 verschiedene Gegner spielte (und dominierte - 3x gabs sogar ein Century-Break), gab er auch noch Autogramme und man konnte Fotos von ihm machen. Es war ein rundum gelungener Abend.

Das war bisher alles wesentliche, was ich snookermässig erlebt habe. Ich möchte mich an dieser Stelle noch bei Rolf Kalb und Eurosport bedanken, dass sie mich auf den Geschmack gebracht haben. :)