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Snooker ist eine Sportart, die je länger je mehr im Aufwind ist. Doch nach wie vor kennen nicht sehr viele Leute den Begriff oder gar die Sportart Snooker. Dies will ich hiermit ändern. Ein paar Grundlegende Erklärungen sowie meine eigenen Erfahrungen mit Snooker werden hier beschrieben.
Was ist Snooker?
Wie bereits ist Snooker eine Sportart, welche vom normalen Billard abstammt. Doch es gibt viele Unterschiede zwischen dem herkömmlichen Pool-Billard und Snooker.
Zuerst einmal muss die Grösse des Tisches erwähnt werden. Während ein normaler Tisch 9 Fuss lang ist, beträgt die Grösse des Snookertisches 12 Fuss (Länge) auf 6 Fuss (Breite). Die effektive Spielfläche beträgt 3.569 Meter auf 1.778 Meter.
Ein weiterer Unterschied ist, dass die Bälle kleiner sind als beim Billard. Demzufolge sind natürlich auch die Taschen des Tisches kleiner. Im Verhältnis sind die Tascheneinläufe beim Snooker kleiner als beim Billard, was die Sportart auch um einiges anspruchsvoller macht. Da die Bäller kleiner sind, ist bei den Queues die Spitze auch kleiner, damit man die Bälle besser steuern kann.
Die Regeln
Gespielt wird Snooker mit insgesamt 22 Bällen (15 rote, je eine weisse (Spielball), gelbe, grüne, braune, blaue, pinke und schwarze). Dabei gibt es für jede Farbe eine unterschiedliche Wertung. Diese sind:
rot = 1 Punkt
gelb = 2 Punkte
grün = 3 Punkte
braun = 4 Punkte
blau = 5 Punkte
pink = 6 Punkte
schwarz = 7 Punkte
Die Kugeln werden zum Spielbeginn wie folgt auf dem Tisch verteilt:

Der Spieler der beginnt (bei Profis wird dies per Münzenwurf entschieden) kann die weisse Kugel (Spielball) im sogenannten D (weiss eingezeichnet bei der gelben, grünen und braunen Kugel) setzen und den ersten Stoss durchführen. Am besten ist es, wenn man den Anstoss so ausführt, dass die weisse Kugel zwischen der linken Bande und dem D zum stehen kommt, am allerbesten ist es natürlich, wenn die weisse Kugel direkt hinter der gelben, grünen oder braunen Kugel zum Stillstand kommt. Von Vorteil ist es zudem, wenn man das Dreieck der roten Kugeln nicht zu voll trifft, damit diese möglichst eng beieinander liegen bleiben.
Wenn das Spiel erstmal im Gange ist, muss der Spieler, der an den Tisch kommt, immer zuerst eine rote Kugel anspielen. Es ist ihm dabei frei überlassen, ob er versucht eine rote Kugel zu versenken oder ob er versuchen will, dem Gegner die weisse möglichst so hinzulegen, dass dieser anschliessend nicht lochen kann.
Hat ein Spieler eine rote Kugel versenkt, kriegt er dafür 1 Punkt (siehe Punktewertung von oben). Anschliessend darf der Spieler auf eine der 6 andersfarbigen Kugel (gelb, grün, braun, blau, pink oder schwarz) spielen und versuchen, diese zu versenken. Gelingt ihm das nicht, bleibt es bei diesem einen Punkt und der Gegner ist wieder am Tisch. Versenkt er die farbige Kugel, erhält der Spieler die entsprechende Punktezahl dieser Farbe (ich verweise nochmals auf die Punktewertung von oben). Die versenkte Kugel kommt anschliessend wieder auf den Tisch, und zwar wenn möglich auf die Aufsetzmarke, wo sie beim Spielbeginn lag (siehe Bild). Ist diese Aufsetzmarke nicht frei, wird die Kugel auf die höchste freie Aufsetzmarke (jede der 6 andersfarbigen Kugeln hat seine Aufsetzmarke) gesetzt. Demzufolge wird bei besetzter Aufsetzmarke der gelben Kugel (als Beispiel) diese auf die schwarze Aufsetzmarke gesetzt, ist diese ebenfalls besetzt kommt gelb auf die Aufsetzmarke von pink, sonst blau, ist diese auch besetzt auf braun, sollte diese auch besetzt sein auf grün. Sollten alle Aufsetzmarken besetzt sein, wird die Farbe von der rechte Bande (Kopfbande) her gesehen möglichst nah an die eigene Aufsetzmarke (in diesem Beispiel gelb) gelegt. Der Spieler kann dann mit seinem Spielzug fortfahren, indem er wieder auf eine rote Kugel spielt.
Nun denkt man, dass dieses Spiel ja endlos ist, da die Kugeln immer wieder auf den Tisch kommen. Das stimmt nicht. Zum einen bleiben die roten Kugeln jeweils in den Taschen. Wenn die letzte rote Kugel versenkt wird, kann der Spieler, der diese versenkt hat, noch ein letztes Mal frei wählen, auf welche Farbe er spielen möchte. Diese wird dann noch ein letztes Mal auf den Tisch gesetzt. Anschliessend (egal ob diese Kugel versenkt wurde oder nicht) beginnt das Endspiel auf die Farben. Dies geht wie folgt: Zuerst muss die gelbe Kugel angespielt und versenkt werden. Erst wenn diese versenkt wurde, geht es weiter mit der nächsthöheren Farbe, also grün. Die gelbe Kugel bleibt dann in der Tasche. Auch bei grün geht es so lange weiter, bis diese gelocht wird (und in der Tasche bleibt), dann kann auf braun gespielt werden. So geht das Spiel weiter, bis nur noch die weisse und schwarze Kugel auf dem Tisch ist. Beträgt der Punkteabstand zwischen den beiden Spielern zu diesem Zeitpunkt mehr als 7 Punkte, hat der Führende gewonnen, da es auf schwarz nur noch 1 Wertung gibt (entweder ein Foul oder wenn schwarz versenkt wird).
Fouls
Es gibt verschiedene Arten von Fouls. Die erste ist, wenn ein Spieler die weisse Kugel versenkt. Dies gibt 4 Punkte für den Gegenspieler.
Wenn jemand zwei oder mehr rote Kugeln in einem Stoss versenkt, ist dies kein Foul. Wird allerdings eine rote sowie eine andersfarbige Kugel im gleichen Stoss versenkt, ist dies ein Foul. Foulpunkte berechnen sich wie folgt:
- bei einem Foul gibt es mindestens 4 und maximal 7 Foulpunkte
- die höchste in das Foul verwickelte Kugel zählt
Zum zweiten Punkt: Angenommen man spielt eine rote Kugel zuerst, diese berührt pink und die pink farbene Kugel sorgt dafür, dass blau in die Tasche fällt. In diesem Beispiel würde es 5 Foulpunkte geben (Wertung von blau), da eine rote als "Ball on" (anzuspielende Kugel) war (Wert: 1 Punkt) und die blaue Kugel (Wertung: 5 Punkte) das Foul verursacht hat. Die pinke hat in diesem Fall keine Bedeutung, da diese auf dem Tisch geblieben ist.
Bei einem Foul werden die Foulpunkte nicht addiert. Angenommen man will auf die schwarze Kugel spielen, trifft statt dessen aber eine rote (7 Foulpunkte) und anschliessend fällt noch die weisse Kugel (4 Foulpunkte), dann gibt dies 7 Foulpunkte (die höchste in das Foul verwickelte Kugel).
Eine andere Möglichkeit eines Fouls ist, wenn der Schiedsrichter ein "Miss" gibt. Dies ist dann der Fall, wenn der Spieler nicht seinen Möglichkeiten entsprechend versucht hat, eine Kugel anzuspielen. In diesem Fall kann der Spieler, der das Foul nicht verursacht hat, zwischen 3 Möglichkeiten wählen:
1. er spielt an dieser Stelle weiter, wo die Kugeln zum stehen kommen
2. er lässt den Gegner an seiner Stelle weiterspielen
3. er lässt die Kugeln zurückstellen wie die Situation vor dem Stoss war und lässt den Gegner den Spielzug wiederholen
Egal für welche dieser drei Situationen sich der Spieler entscheidet, er kriegt die Foulpunkte des Gegners gutgeschrieben.
Es wäre nahezu unmöglich, alle möglichen Fouls aufzuzählen, da es so viele Arten gibt. Fakt ist, dass jeweils der Stand am Ende eines Stoss zählt, sobald alle Kugeln still stehen. Übertrieben gesagt (gemäss Kult-Kommentator Rolf Kalb) ist es daher möglich, dass eine rote Kugel dreimal unter dem Tisch und um den Kopf eines Spielers fliegt, ehe sie versenkt wird. Dies wäre kein Foul, wenn eine rote Kugel zuerst angespielt wird. ;)
Am Ende hat der Spieler den Frame gewonnen, der am Ende mehr Punkte auf dem Konto hat. Die Punkte werden bei jeder versenkten Kugel addiert, dafür hat es die Punktetafeln neben jedem Snookertisch, damit man sich diese Punkte nicht im Kopf behalten muss.
Das sind die grundlegenden und wichtigsten Regeln des Snookers. Bei nahezu jedem Spiel am Anfang kommt es zu neuen Situationen, die man nirgendwo in einem Reglement gesehen hat. In so einer Situation muss man sich mit seinem Gegenspieler so einigen, dass es für beide eine akzeptable Lösung ist.
Für ausführlichere Reglemente kann man sich bei google schlau machen. Eine gute Referenz ist natürlich auch wikipedia.
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