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Das Expodrom in Muntelier ist neben Payerne meine zweite Heimbahn. Der Weg nach Muntelier ist mit dem Auto sehr kurz (20 Minuten) und mit dem Zug auch noch praktisch zu erreichen (1 Stunde).
Natürlich gefällt mir die Strecke in Muntelier, ansonsten würde ich wohl nicht so häufig dort fahren. Aber wieso gefällt sie mir so gut? Es ist zum einen natürlich der Reiz, Kart zu fahren, zum anderen aber der anspruchsvolle Belag. Mehr dazu später.
Die Freundlichkeit der Bedienung lässt zwar immer häufiger zu wünsche übrig, aber wenn man sich an die Regeln hält, können auch sie sympathisch werden.
Meine genialsten 10 Minuten drehte ich auch auf dieser Strecke, und die will ich mal schildern:
Es waren bereits 11 Fahrer eingeschrieben, dann kamen noch Eva und ich. Eva hatte also Startplatz 12, ich den letzten, den 13. In der ersten Runde fuhren die anderen vor uns alle so langsam, dass ich dachte, es herrsche noch Überholverbot, und so blieb ich eben hinter Eva. Als sich diese aber bei der Boxeneinfahrt in die Banden verabschiedete, musste ich wohl oder übel überholen. Und so startete ich meine Aufholjagd. Schon eine Runde später hatte ich drei Karts überholt, dann kam eine Vierergruppe, bei der ich meine liebe Mühe hatte mit überholen. Vor der Schikane fuhren wir zu zweit nebeneinander, ich aussen, mein Gegner liess mir nicht genug Platz und so rammte ich die Reifenstapel mit einem Teil des Karts. Abgesehen von einer Bremswirkung aber weiter kein Problem. Auf Höhe von Start-Ziel war ich wieder dran am Vierergrüppchen, und zu viert hintereinander ging es in die Haarnadel. Einer fuhr diese sehr gut und konnte sich wieder ein bisschen absetzen, die anderen beiden fuhren eine komplett andere Linie. Einer liess sich weit hinaus treiben, einer blieb ganz innen, und so gab es in der Mitte ein Loch, welches ich natürlich gleich stopfte und ich zog an beiden vorbei. Dann ging es weiter nach vorne, bis ich schliesslich am Zweitplatzierten festhing. Dieser fuhr enorme Kampflinie, da ich eigentlich viel schneller gewesen wäre. Eine halbe Runde lang schaffte er es, mich im Schach zu halten, dann wäre die lange Gerade gekommen. Wäre, weil er mich vorher in die Banden drückte. Ich wollte mich innen vorbeiquetschen, doch der andere machte zu, ich fuhr mit dem ganzen Kart in die Reifen, musste anhalten, fast aussteigen, das Kart zurückrollen lassen und dann wieder die Fahrt aufnehmen. Natürlich hatten mich zwei andere Fahrer wieder überholt, und so ging meine Aufholjagd eben von neuem los. Als ich die anderen wieder eingeholt hatte, flogen wir gerade auf die einzige Rechtskurve der Strecke zu. Der erste drehte sich dummerweise, wir anderen prallten alle aufeinander, mich hätte es fast aus dem Kart gejagt. Doch zum Glück reagierte ich am schnellsten und konnte so schon wieder einen überholen. Dann kam eine Schikane, da musste ich wieder kurz vom Gas, weil ich sonst wieder in den Reifen gelandet wäre. Als ich dann auf Start-Ziel und in der Haarnadel auch noch die anderen beiden überholt hatte, hatte ich endlich freie Bahn. Für eine Runde, dann war der Stint zu Ende. Aber in dieser Runde sicherte ich mir die schnellste Runde, ca. 1 Sekunde schneller als vorher immer. Nach dem "Rennen" kamen die anderen und fragten, ob ich häufig hier sei...
Jetzt aber zu den wichtigen Sachen, zuerst mal die Anschrift und Homepage vom Expodrom in Muntelier:
Expodrom Event AG
Hauptstrasse 171
3286 Muntelier
Schweiz
Telefon: 026/672'94'90
Homepage: www.expodrom.ch
Öffnungszeiten:
Montag, Dienstag 17:00 - 23:30
Mittwoch, Donnerstag 14:00 - 23:30
Freitag, Samstag 14:00 - 00:00
Sonntag 10:00 - 20:00
Technik:
Karts: Sodikart France - Benzin
Motoren: Honda mit Katalysator, 200 ccm
Leistung: 6,5 PS
Pistenlänge: 435m
Pistenbreite: 6-9m
Persönliche Bestzeit: 33,341 Sekunden (3x 33.34 innert 10 Minuten)
Und jetzt zu den Kriterien:
| Streckenführung: |
Die Streckenführung ist schlicht. Linkskurven dominieren den Kurs, wirkliche Rechtskurven gibt es nur eine, zudem sind 3 Schikanen eingebaut, wobei man eine mit Vollgas durchfahren kann. Die Runde beginnt mit einer 180°-Haarnadel (El Diablo), danach kommt die erste links-rechts Schikane (Variante Uno). Anschliessend kann man kurz beschleunigen, ehe man zur einzigen Rechtskurve kommt - ebenfalls 180° (Cirque d'Or). Anschliessend kann man fast quer durch die Hallo beschleunigen, dazwischen gibt es eine kleine Schikane (Variante Due), die man Vollgas durchfahren kann. Dann kommt nach einem ganz kleinen Rechtsknick, bei dem man zum Teil schon anbremst, eine Doppel-Linkskurve (Rivage und Rivazza), die sehr schwierig zu fahren ist, weil es keine typische Ideallinie gibt. Bei dieser Stelle fährt jeder Fahrer ein wenig anders, einige bremsen vor dem Rechtsknick, einige dahinter, einige sind bei der ersten Linkskurve innen, andere erst bei der zweiten... Danach beschleunigt man wieder, ehe man auf die letzte Schikane (Eau Rouge) zufährt. Dort muss man aufpassen, da man zuerst den Eindruck hat, die Schikane könne mit Vollgas durchfahren werden, doch wenn man dies versucht kommt man gewaltig ins rutschen und man landet plötzlich in den Banden. Gleich nach der Schikane gibt es eine Doppellinkskurve (Curva Grande und La Vitesse), die Vollgas geht und deshalb zur Mutprobe wird. Bei der Ausfahrt aus der zweiten Linkskurve kommt man nahe an die Mauer. Man befindet sich schon auf der Start-Ziel-Geraden (La Strada), wo auch das Tempo gemessen wird.
Es ist eine sehr schnelle Strecke mit ziemlich wenig Kurven und einem hohen Vollgasanteil, zudem gibt es fast ausschliesslich Linkskurven. Aus diesem Grund gibt es lediglich 3 Punkte.

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| Streckenbelag: |
Der Streckenbelag in Muntelier könnte besser sein. Bei der ersten Kurve muss man allerdings stark aufpassen, dass man nicht den Griff verliert. Im Allgemeinen ist der Belag recht rutschig, aber ich habe auch schon schlimmeres erlebt. Einen grossen Vorteil hat es: Wenn man fast immer in Muntelier fährt, kann man dann auf fast allen Strecken Kart fahren. Trotzdem, für diesen Belag gibt es nur 2 Punkte. |
| Karts: |
Die Karts in Muntelier sind Standardkarts aus der Schweiz. Allerdings sind nicht alle Karts gleich gut. Bei einigen ist die Lenkung perfekt, bei anderen muss man das Lenkrad beinahe zweimal umdrehen, damit die Reifen reagieren. Vom Speed her sind jedoch alle Karts fast gleich schnell. Gerade wegen der unterschiedlichen Lenkung gibt es eine kleine einbusse an Punkten. Hinzu kommt, dass ich nach fast jeder Fahrt Rückenschmerzen habe (wie bei fast allen Karts in der Schweiz). Deshalb gibt es für die Karts in Muntelier 3 Punkte. |
| Überholmöglichkeiten: |
Die beste Überholmöglichkeit ist - wie auf fast jeder Strecke - die Start-Ziel-Gerade. Weil man das Tempo dazu gut mitnehmen muss, kann es schon am Anfang der Geraden ein Überholmanöver geben. Am Ende kommt die 180°-Kurve, wo man den Gegner auch mal ausbremsen kann. Auch bei der Rechtskurve ist Überholen nicht unmöglich. Vor allem wenn man den Schwung gut mitnimmt aber trotzdem eng aus der Kurve heraus kommt kann man vor der Schikane am Konkurrenten vorbeikommen, wenn dieser nicht das Loch zu macht. Auch die darauffolgende Doppellinkskurve dient zum Überholen, da man dort verschiedene Linien fahren kann. Danach kommt zudem eine kleine Gerade, wer das Tempo besser mitnimmt ist normalerweise vorne. Trotz wenig Kurven gibt es ziemlich viele Überholmöglichkeiten, daher gibt es dafür 4 Punkte. |
| Kerbs: |
Die Kerbs in Muntelier sind ziemlich rar. Lediglich in zwei Schikanen merkt man davon etwas. In der ersten Schikane hat es keine Kerbs, in der zweiten Schikane (Vollgas) hat es sehr hohe Kerbs wo man abhebt, wenn man darüber fährt. In der dritten Schikane hat es niedrige Kerbs, die man fast nicht bemerkt. Ansonsten sind die "Kerbs" jeweils nur aufgezeichnet. Zwei verschiedene Kerbsarten also, aber man hätte ruhig noch mehr Randsteine hinpflanzen können. Daher gibt es 3 Punkte. |
| Streckenlänge: |
Die Fläche der ehemaligen Reithalle wurde nahezu komplett ausgenutzt. Die Strecke ist dadurch 435 Meter lang, was doch eine beachtliche Länge ist. Trotzdem, im Vergleich mit den anderen Rennstrecken ist sie nur durchschnitt und erhält deshalb nur 3 Punkte. |
| Banden: |
Die Banden in Muntelier sind schlichtweg genial! Wenn man an der Wand der Reithalle fährt, stösst man auf eine gut gepolsterte Wand, bei den Schikanen sind Reifenstapel aufgebaut, ebenfalls bei der Doppel-Linkskurve. Ansonsten besteht die Bande aus Metallen, die eine schöne Rundung bilden. Man kann also problemlos beim Herausbeschleunigen aus den Kurven ein wenig auf die Banden fahren. Abgesehen von einem klitzekleinen Schlag, den man allerdings fast nicht spürt, merkt man nicht mal, dass man die Bande berührt hat. Wenn man allerdings viel zu schnell aus der Kurve kommt, dann merkt man die Bande schon deutlich. Natürlich gibt es keine andere Möglichkeit, als diese Banden mit 5 Punkten zu belohnen. |
| Umgebung: |
Die Strecke in Muntelier befindet sich in einer ehemaligen Reithalle. Deshalb hat es auch Platz für rund 3000 Zuschauer. Das ist aber auch schon der einzige Pluspunkt an der Umgebung. Ansonsten erinnert fast nichts daran, dass man sich an einer Kartbahn befindet. Das Restaurant ist schlicht eingerichtet, es gibt ganz wenige Poster und man hat einen Blick auf die Strecke, ansonsten wirkt das Restaurant wie jedes andere Restaurant in der Schweiz. Deshalb: 2 Punkte. |
Meine persönlichen Erfolge in Muntelier:
2. Platz beim CH-FT-GP2 (2003)
3. Platz beim Firmenrennen (2011)
Und hier nochmals die Punktetabelle im Überblick:
| Strecke |
Strecken-führung |
Belag |
Karts |
Überhol-möglichkeiten |
Kerbs |
Länge |
Banden |
Umgebung |
Total |
Durchschnitt |
| Faktor |
2.0 |
1.5 |
2.0 |
2.0 |
1.0 |
1.5 |
1.0 |
1.0 |
12.0 |
1.5 |
| Muntelier |
6 (3) |
3 (2) |
6 (3) |
8 (4) |
3 (3) |
4.5 (3) |
5 (5) |
2 (2) |
37.5 (24) |
4.688 (3.00) |
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Übrigens: Die Strecke in Muntelier war die 2. Strecke, auf der ich gefahren bin.
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