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Am 6. Februar 2008 spielte die Schweizer Fussballnationalmannschaft im Wembley-Stadion ein Freundschaftsspiel gegen England. Diesen Anlass nutzten Mathys, Dave und ich, um die Schweizer Nati zu unterstützen und mal wieder in London vorbei zu schauen.

Die letzten Vorbereitungen fürs Spiel machten wir am Dienstag Abend. Mit einem grossen Transparent wollten wir im Stadion auffallen. "10 GAMES LEFT" sollte ankündigen, dass es noch 10 Spiele dauert bis zum Gewinn des EM-Titels im eigenen Land. Der Fehler, der Mathys unterlaufen ist (LEET statt LEFT) ist hoffentlich kein schlechtes Omen für die Schweizer Nati...

Das frühe Aufstehen am Mittwoch Vormittag hatte sich spätestens gelohnt, als wir im Flugzeug sassen. Mit dem ersten Zug ging es von Fribourg aus nach Genf, wo wir mit dem Easyjet nach London flogen. Da es beim Flug zumeist bewölkt war, hatten wir ein wunderschönes Panorama mit Blick auf das Wolkenmeer.

Kurz nach unserer Ankunft in London gings auch schon im Zug weiter zum Bahnhof Kings Cross. Dabei bekamen wir schon einen ersten Blick auf die Stadt zu sehen. Hier sieht man unter anderem die Swiss-Re-Gurke.

Von der Jugendherberge Generator waren wir zwar beim letzten Mal nicht übermässig angetan, aber weil der restliche Ausflug schon zemlich auf den Geldbeutel drückte haben wir uns dann doch für diese Unterkunft entschieden. Die Vor- und Nachteile des Generators waren uns bereits bekannt, daher konnten wir uns auch entsprechend auf enge Zimmer usw. einrichten.

Selbstverständlich hinderte uns das enge Zimmer nicht, ein erstes Foto in Fanmontur zu machen. Die anderen Leute im Generator liess unser Outfit jedoch kalt, es hatte wohl fast keine Engländer oder Schweizer dort.

Am Nachmittag begann unsere Sightseeing-Tour. Auf so einen Touristen-Bus haben wir aber verzichtet, lieber bewegten wir uns frei und meist mit der U-Bahn von Station zu Station.

In der Innenstadt gibt es auch ein kleines Schweizerquartier, welches man als Schweizer natürlich auf den ersten Blick erkennt. Neben diesem "Kantonsbaum" gab es auch noch einen Schweizer-Turm, bei dem die Swiss wohl ein paar Büros hat. Zumindest an dem Tag hing dort auch eine Schweizer Flagge.

Das Schweizer Quartier ist aber winzig klein, wenn man es mit Chinatown vergleich. Da am 7. Februar (also am Tag nach unserer Ankunft) das chinesische neue Jahr anfing, war ganz Chinatown reich dekoriert, was das ganze Ambiente noch etwas verstärkte. Der typisch chinesische Duft verfolgte uns durch das ganze Quartier.

Was ist die ideale Vorbereitung auf ein Fussballspiel in England? Klar, ein Guinness in einem Pub trinken. Dies setzten wir natürlich auch in die Tat um. Da dort noch eine Frau am Fotos schiessen war und sie merkte, dass wir Schweizer Fans sind, wollte sie noch gleich ein Foto von uns machen. Wir nutzten natürlich die Gunst der Stunde, um uns in volle Fanmontur zu stürzen und verlangten als Gegenleistung auch ein Foto mit unserer Kamera.

WOW! Kaum kamen wir aus der U-Bahn-Station beim Wembley raus, eröffnete sich dieser Anblick: Das Wembley-Stadion mit dem beleuchteten Triumpf-Bogen. Einfach fantastisch sieht das aus, auf dem Foto kommt es schlechter rüber als in Echt, aber es ist genial. Die Vorfreude stieg ins Unermessliche.

Da wir so früh dran waren (um ca. 18 Uhr waren wir beim Stadion, um 20 Uhr begann das Spiel) mussten wir noch kurz draussen warten, bevor wir rein konnten. Dafür waren wir mit die Ersten im Stadion. Der Einblick in ein leeres Stadion, in dem wenig später knapp 90'000 Zuschauer sitzen, hat schon etwas Besonderes.

Da noch wenige Fans im Stadion waren, liessen uns die Ordnungshüter auch noch nach unten, obwohl unsere Plätze etwas weiter oben waren. Von dort aus war der Ausblick noch eindrucksvoller, so ähnlich muss man sich als Spieler vorkommen, wenn man das Abschlusstraining bestreitet. Ich war irgendwie wie in Trance.

Bevor es losging gab es noch eine kleine Stärkung im Gang. Der sehr grosse Bereich hat leider nur einzelne Stehtisch-Reihen, wo man etwas Essen kann. Dafür ist die Menüauswahl für ein Fussballstadion relativ gross. Neben den Klassikern wie Fish & Chips und Hamburger gabs auch Bockwurst, die übrigens wirklich so angeschrieben ist. Wie das wohl die Engländer aussprechen?

Langsam aber sicher füllte sich auch der Schweizer Fansektor. Wir begaben uns dann auch mal langsam auf unsere Plätze. Wie viele Schweizer letztlich da waren, ist schwierig zu schätzen, aber die Stimmung war sehr gut.

Als die Schweizer Nationalhymne gespielt wurde, stockte mir ein paar Mal der Atem. Einfach unglaublich beeindruckend, wenn etwa 85'000 Engländer ein paar wenigen Schweizern zuhören. Auch umgekehrt wars sehr speziell, die Engländer gestalteten wie wir Schweizer mit Plastiksäcken ihre Landesflagge während der Hymne. Die anschliessende Schweigeminute zu Gunsten der ManU-Spieler, die vor 50 Jahren bei einem Flugzeugunglück in München ums Leben kamen, ging unter die Haut, denn wann hört man schon von 90'000 Zuschauern nahezu keinen Mucks? Selbst im Wembley klappte das nicht eine Minute lang. Auf einen "Hopp Schwiiz"-Ruf kam auch gleich der Konter "Fuck off" aus dem Englandsektor.

Das Spiel war über weite Strecken sehr spannend, die Schweizer hielten ziemlich gut mit und kamen zwischenzeitlich zum 1:1-Ausgleich, was bei uns natürlich eine riesige Begeisterung auslöste. Doch nur wenige Minuten später gingen die Engländer schon wieder mit 2:1 in Führung, was dann leider auch den Endstand bedeutete.

Schon ab der 70. Minute verliessen die ersten englischen Fans das Stadion. Unglaublich, bei so einem Topspiel aus unserer Sicht. Als das Spiel dann wirklich aus war, strömten dann auch die restlichen englischen Fans zum Ausgang, das Stadion war unglaublich schnell geleert. Einzig die Schweizer Fans blieben auf ihren Plätzen, bis die Natispieler kamen und sich für die Unterstützung bedankten.

Als wir dann das Stadion verliessen, war uns bewusst, wieso sich alle so schnell aus dem Staub gemacht hatten. Die ganze Strecke vom Stadion zur U-Bahn-Station war überfüllt mit Menschen, phasenweise stand man mehrere Minuten still. Der Grund waren die Polizisten auf den Pferden, die sich immer wieder quer stellten und keinen Fan mehr vorbei liessen, um den U-Bahnhof nicht zu überfüllen. Ein gutes System. Trotzdem brauchte man für den Weg, der vor dem Spiel 5 Minuten dauerte, eine geschlagene Stunde.

Zum Abschluss eines schönen Tages und meines ersten Auswärtsspiels der Schweizer Nati gings nochmals in ein Pub. Natürlich gab es in jedem Pub die Auswahl aus 3 verschiedenen Guinness, aber auch andere Biere wurden angeboten.

Am Donnerstag ging dann die richtige Sightseeing-Tour los. Den Start machten wir beim Hydepark, der natürlich grösser ist als fast jeder Park, den ich bisher zu Gesicht bekommen habe.

Direkt daneben befindet sich bekanntlich der Buckingham Palast, der Hauptsitz der Queen. Diese bekamen wir zwar nicht zu Gesicht, dafür aber die Wache. Vom Palast selber war ich nicht wirklich beeindruckt, da gibt es deutlich schönere Gebäude...

Mehr angetan war ich von diesem Bild. Zwischen dem Buckingham Palast und dem Big Ben entdeckten wir ein Eichhörnchen, das geduldig posierte, bis Dave endlich abgedrückt hatte. Als dies geschehen war, huschte es auch schon wieder weiter. Nett, dass es sowas auch in einer Grossstadt wie London gibt.

Und dann eben der Big Ben, den man schon vom Buckingham Palast aus sah. Ein beeindruckender Turm, für mich spezieller als der Queen-Palast. Im Vordergrund sieht man auch noch einen der unzähligen Doppelstöcker-Busse, die in London im Einsatz sind.

Den nächsten Halt legten wir beim Harrods ein. Im Luxuskaufhaus war ich erstmals völlig beeindruckt von der Fläche. Jedes Stockwerk war wohl grösser als ein Fussballfeld, unglaubliche Dimensionen. Ganz oben hatte es auch noch mehrere Autos ausgestellt, zum Beispiel dieser Mini-Hummer. Wie die da hoch gekommen sind weiss wohl kein Tourist.

Auch dieses sehr spezielle Sofa befindet sich im Harrods. Für Kinder oder Kind gebliebene Erwachsene dürfte dies wohl ein Traumsofa sein.

Selbstverständlich legten wir auch immer wieder Pausen ein, um einen Jass zu klopfen. Dass ich bei den vielen Haaren noch den Druchblick hatte, wunderte mich schon ein wenig. Aber zum Sieg hats allemal gereicht.

Am späteren Nachmittag schauten wir nochmals beim Piccadilly Circus vorbei, wo es die wohl imposanteste Leuchtreklame in London gibt. Am Abend kommt diese auch sehr gut zur Geltung, tagsüber ist sie deutlich weniger beeindruckend.

Auf der anschliessenden Shoppingtour kamen wir auch bei mehreren Fanshops und Fussballgeschäften vorbei. In einem davon schien man immer noch auf das Topspiel England - Schweiz fokusiert zu sein. Doch es gab auch viele Afrika-Fanartikel, was wohl damit zusammenhing, dass zu diesem Zeitpunkt der Africa-Cup stattfand.

Ein typisches Souvenir aus England, so ein Polizeihelm... Mir steht er prächtig, oder so. Für einen Dickschädel ist er wohl doch eher nicht so geeignet. Ob dies meine Polizeikarriere in England verhindert?

Endlich fuhren wir dann auch mal mit dem Bus, statt immer nur mit der U-Bahn. Waren zwar nur etwa 3 Minuten Fahrt, aber was solls, wenigstens bin ich auch mal mit einem Doppelstöcker-Bus in London gefahren. Dieser führte uns direkt zum Trafalgar Square.

Dort gab es natürlich auch wieder ein paar Fotos. Weil es aber wenige Leute hatte, mussten wir uns einmal mehr auf den Selbstauslöser verlassen. Das Foto schaut für diese Verhältnisse doch recht gut aus.

Nach einem Marsch entlang der Themse kamen wir schliesslich zur Tower Bridge, die selbstverständlich schön beleuchtet ist. Es ist in der Tat eine ziemlich spezielle Brücke, die mit ihren Türmen fast wie ein kleines Schloss aussieht.

Die Station, wo es lauter Engel hat... Oder so. Es gibt in London ein paar spezielle U-Bahn-Haltestellen. Neben Angel gibt es z.B. auch Bank oder Waterloo, um nur wenige zu nennen.

Hier ist aber der eigentliche Grund für unseren Abstecher zur Angel Station. Dort steht nämlich die längste Rolltreppe Westeuropas. Auf 60 Metern länge überbrückt sie eine Höhe von 27 Metern. Mathys drehte beim rauffahren ein Video mit seiner Digicam (siehe Youtube, aber nach einer Minute waren wir immer noch nicht oben angekommen.

Am Freitag Morgen gingen wir noch zum Camden Market, einem der bekanntesten Strassenmärkten Londons. Natürlich gab es auch dort extrem viele extravagante Sachen zu bestaunen, und ein Foto mit speziellen Sonnenbrillen durfte natürlich nicht fehlen. Am Tag nach unserer Abreise ist allerdings ein grosser Teil des Camden Marktes abgebrannt. Schon bei meinem letzten Urlaub auf Gran Canaria gab es einen Brand auf dieser Insel, irgendwie scheine ich solche Sachen in letzter Zeit anzuziehen...

Da die U-Bahn-Haltestelle Highbury in der Nähe von unserem Hotel war, gingen wir nach dem Camden Markt noch dorthin, um das Stadion von Arsenal London zu sehen. Zuerst kamen wir aber beim Vorverkaufshäuschen von Arsenal vorbei, was auch schon fast wie ein halbes Stadion aussieht.

Direkt dahinter war dann aber das richtige Stadion, das neue Emirates Stadium. Wir hatten zwar keine Zeit mehr, um einmal rund herum zu laufen, aber schon so war es beeindruckend. Die Frontseite wäre sicher noch spezieller gewesen.

Zurück bei der U-Bahn-Station musste doch auch mal das Wetter festgehalten werden. Wir haben in 3 Tagen London nicht einen Regentropfen zu Gesicht bekommen, meist war strahlendblauer Himmer oder zumindest nur ein paar kleine Wolken am Himmel. Sowas ist man sich von England ja nicht wirklich gewohnt. Dieses Foto erinnert mich irgendwie immer wieder an Ferien am Mittelmeer, so schön sieht es aus.

Doch dann war eben auch schon wieder Zeit, aufs europäische Festland zurückzukehren. Mit Airberlin flogen wir via Düsseldorf zurück nach Zürich, wobei Dave und Mathys unterwegs natürlich nicht um ein Henkel Trocken herum kamen.

Zum Abschluss unseres Fluges erlebten wir auch noch einen schönen Sonnenuntergang, der auch festgehalten werden musste. Bei meinem letzten Urlaub ging das irgendwie vergessen...